Starker Start Frühe Bildung für Kinder

 

Forderungen für einen

Starken Start


Die Weichen für eine erfolgreiche Bildungskarriere werden am Anfang gestellt – deshalb brauchen kleine Kinder große Investitionen!

Die Initiatoren

Sylvia Canel

Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages

Klaus Lohmann

Leiter der Kindertagesstätte St. Bonifatius (Eimsbüttel) und Journalist

Frühkindliche Bildung muss endlich die Top-Priorität auf der politischen Agenda werden. Nur so kann eine qualitativ hochwertige und flächendeckende frühkindliche Bildungsinfrastruktur Wirklichkeit werden. Dazu zählt, Kindertagesstätten als Bildungseinrichtungen anzuerkennen!


Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Kindertagesstätten als erste Bildungsorte stärken. Auf Bundesebene muss daher auf die Entwicklung eines auf breiter Basis abgestimmten, gemeinsamen Orientierungsrahmens für Erziehung hingewirkt werden, der auf der Landesebene seine Ausgestaltung erfährt. Dem Thema Inklusive Bildung muss dabei besondere Beachtung geschenkt werden. 


KITA-Plätze müssen bedarfsgerecht ausgebaut werden. Im Jahr 2009 konnte nur ein Fünftel der unter Dreijährigen in Kitas oder von Tagesmüttern betreut werden - bei den bekannten eklatanten Unterschieden zwischen den Bundesländern. Das ist weit unter dem europäischen Durchschnitt von 25 Prozent und weit unter dem Bedarf. 


Wie in allen anderen europäischen Ländern muss die Ausbildung der Erzieherinnen auf Fachhochschulniveau erfolgen und die Qualifikation muss Berücksichtigung in den Tarifverträgen finden. Module und Schwerpunktsetzungen vor allem in inhaltlichen Bereichen wie Medien, Naturwissenschaften, Interkulturalität und Hochbegabung müssen entwickelt und fester Bestandteil der Ausbildung werden. Für eine geschlechtergerechte Erziehung müssen mehr Männer für den Beruf des Erziehers gewonnen werden.


Bei der Festlegung der Erzieher-Kind-Relation/Personalschlüssel muss neben der unmittelbaren Zeit, die für die Interaktion mit dem Kind zur Verfügung steht, die Zeit berücksichtigt werden, die für Elterngespräche, Teamsitzungen, Beobachtung, Dokumentation, Konzeption, Qualitätsmanagment und Kooperationen aufgewendet wird. Die Gruppengrößen in den KITAs sind massiv zu senken und die Anzahl der Erzieherinnen und gutausgebildeter Erzieher ist deutlich zu erhöhen. Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit. Sie dürfen nicht verwahrt werden und benötigen ein altersgerechtes und angemessenes Bildungsangebot. Stufenweise sollte die (anwesende) Erzieher-Kind-Relation von 2:8 (24-35 Monate) und 2:15 (36-71 Monate) angestrebt und umgesetzt werden. 


Allgemeinverbindliche und altersangemessene Lehrpläne müssen entwickelt, eingeführt und deren Umsetzung evaluiert werden.


Die Bildungsforschung muss insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung intensiviert werden. Der Transfer der Ergebnisse in die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher muss gesichert sein. Dafür müssen Bund, Länder und Kommunen kooperieren und eng zusammenarbeiten!